Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Kreistagsfraktion
Jens Marco Scherf
Carl-Wiesmann-Str. 11
63939 Wörth am Main
P R E S S E M I
T T E I L U N G
Grüne fordern: Filialschließungen
der Sparkasse überdenken & Reform der BayernLB
– Ablehnung von Fusionsideen des
Landrats
Grüne mahnen: Müllverwiegung im
Landkreis erfordert neues Verwertungskonzept!
Wörth.
„Eine starke Sparkasse im Landkreis Miltenberg für die Bürger und Firmen“
formulierten die Grünen-Kreisräte als Ziel bei ihrer jüngsten Fraktionssitzung
in Wörth. Trotz der Antwort von Sparkassen-Chef Feußner
und weiterer Informationen bleiben die Grünen bei ihrer Haltung: „Sowohl
gegenüber der Schließung vieler Filialen als auch gegenüber der von Landrat
Schwing in die Diskussion eingebrachten Fusionsidee stehen wir Grünen kritisch
gegenüber“, betonte Fraktionsvorsitzender Jens Marco Scherf.
Im Hinblick auf den erfolgten Verkauf der
Krankenhäuser bekräftigt Kreisrätin Hannelore Kreuzer: „Nach dem Debakel um den
Krankenhausverkauf darf sich der Ausverkauf des Landkreises unter Führung von
CSU/Neuer Mitte bei der Sparkasse nicht fortsetzen!“. Denn erst jetzt beklagen
zum Beispiel die Freien Wähler „scheinbar bürgerfreundlich den fehlenden
Einfluss des Kreistags. Hirnrissig und mehr als verlogen, da die Freien Wähler
dieser Privatisierung genau so zugestimmt haben“, bescheinigt Kreisrätin Marion
Becker mangelnde Redlichkeit. Weiterhin kritisiert wird von den Grünen der
Kahlschlag bei den Sparkassen-Filialen, wundern sich jedoch auch hier über
Kritik von den Freien Wählern, denn, so Kreisrätin Petra Münzel: „Das ist doch
doppelzüngig, wenn die Schließungen im Verwaltungsrat neben CSU/Neue Mitte und
SPD von den Freien Wählern mitgetragen werden, dann aber auf der Straße den
Bürgern nach dem Mund geredet wird!“
Verwaltungsrat und Sparkassenvorstand
fordert die Grünen-Fraktion auf, die Schließungen der Geschäftsstellen
besonders im Südspessart und den Höhengemeinden im Odenwald zu überdenken. „Die
Sparkasse ist eine Bank des Landkreises und muss deshalb auch in der ländlichen
Region für die Menschen erreichbar sein“, so Jens Marco Scherf. In einer
weiteren Initiative wendet sich die Fraktion an den Abgeordneten Thomas Mütze,
sich im Landtag für eine Reform der Bayerischen Landesbank einzusetzen, denn:
„Unsere Sparkasse braucht eine Dachorganisation, die Dienstleistungen für die
Sparkasse und ihre Kunden erbringt. Statt Gasprom,
Shell oder chinesische Großfirmen müssen zuerst die Firmen im Landkreis wieder
ausreichend mit Krediten versorgt werden“, erklärte Petra Münzel.
Intensiv wurde neben der Sparkasse die Idee
der Verwiegung des Restmülls im Landkreis debattiert. Im Landkreis
Aschaffenburg wurde die Restmüllmenge deutlich reduziert, seit dort die Bürger
ihren Restmüll „pro Kilogramm“ bezahlen müssen. Marion Becker warnte jedoch vor
einer voreiligen Übernahme und zuviel Euphorie: „Die Reduzierung der
Restmüllmenge täuscht, da ein Großteil des Mülls einfach anderweitig entsorgt
wird, ob bei den Großeltern im Nachbarlandkreis, der öffentlichen Mülltonne
oder im Wald!“ Nach Recherchen der Grünen ist in vielen Kommunen die Verwiegung
gescheitert. „Und dort, wo es gelungen ist, gab es enorme Investitionen in die
Müllverwertung“, so Hannelore Kreuzer. „Da reichen nicht mehr zwei
Wertstoffhöfe in Erlenbach und in Guggenberg aus, bei
der Verwiegung müsste jeder Bürger wohnortnah einen Wertstoffhof haben!“ Für
den Landkreis Miltenberg müsste es deshalb Standorte mindestens im Südspessart,
in Eichenbühl und Amorbach sowie im Raum Miltenberg, in Eschau und in Sulzbach
oder Niedernberg geben, listen die Grünen auf.
„Einfach mal so die Verwiegung in den Raum
gestellt mit dem Versprechen niedrigerer Müllgebühren ist nichts als eine Fahn`sche G`schafftlhuberei, die
weder durchdacht noch bürgerfreundlich ist“, zeigte sich Petra Münzel sehr
kritisch. Wenn die Müllverwiegung wirklich kommen soll, so wird sie wegen der
hohen Investitionen zunächst keine Senkung der Müllgebühren mit sich bringen,
und zur Vermeidung von Mülltourismus und illegaler Entsorgung braucht der
Landkreis ein komplett neues Verwertungskonzept, so die Grünen abschließend.